Allah hu Akhbar


*
`Allah hu Akhbar ́, tönt’s aus der Fern’;
- freudig lausche ich den Klängen.
Obzwar kein Moslem, hör’ ich sie gern’;
- ähneln himmlischen Gesängen.
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Voll Inbrunst singet der Muezzin;
- spüren kann ich seinen Glauben.
Sein’ Worte in höh’re Sphären zieh’n;
- wollen nachts den Schlaf mir rauben...
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Warum kann glauben ich nicht wie er
und finden inn’ren Frieden so ?
Stattdessen der Zweifel Geisterheer
verfolgt mich – hämisch, schadenfroh...
*
-Hab’ ich vielleicht zu viel gegessen
von jenes Baum’s verbot’ner Frucht ?
Ward Unrast d’rum mir zugemessen,
da Ungehorsam ich versucht ?
*
Gedacht’, zu steh’n auf eig’nen Beinen,
belächelt’ all’ Autorität.
Wollt’ Hirn und Herz mir nicht vereinen;
- zur Rückkehr ist’s nun wohl zu spät...
*
So lausch’ ich denn dem fernen Rufer,
der täglich Allah’s Größe preist.
- Kann ahnen so das and’re Ufer,
auch wenn zurück ich bleib’ – verwaist....
*


(Aus dem Verseband 'Herr der Welt'
von B. Mich. Grosch)



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