Teil 6

Leseprobe aus dem Erwachsenen-Roman 'Mörder aus Passion'


Im Germania führte Kurt den Gast in das Nebenzimmer.
Was möchtest du trinken, Karl ?“
Karl entschied sich für einen Traubensaft, der ihm nach wenigen Minuten gebracht wurde.
Kurt ließ sich von der Bedienung ein Fassbier zapfen und musste somit etwas länger warten.
Also, Karl,“ begann der Freund, „wir Alle stimmen dir zu. Es haben in letzter Zeit wahrhaftig gewaltige Veränderungen stattgefunden – und wir kamen zu der Einsicht, dass du recht hattest mit ...äh, - ja, mit Allem. Die Zuhälter und Nutten aus dem Balkan zeigen eine ganz andere Qualität, als diese afrikanischen – äh, Freizeitzuhälter und Gelegenheitsnutten es getan haben. Doch besteht momentan ein – äh, Problem die 'Entsorgung ́ betreffend. Wir können nicht überall Leichen auf den Straßen liegenlassen und müssen uns erst umtun, um ...äh, äh, geeignete Plätze und Orte zu finden, wo man unauffällig unliebsame Zeitgenossen – äh, verschwinden lassen kann, ohne durch irgendwelche außenstehende Mitwisser gefährdet zu werden.“

Erstaunt nahm Karl diese Worte des Wirtes zur Kenntnis. Was war hier los ? Etwas stimmte nicht – Karl spürte dies und sagte es Kurt auf den Kopf zu:
Kurt, was ist los ? Zuerst gibst du mir recht, dann redest du um den heißen Brei. Was soll das?“
Verlegen nahm Kurt Wagner einen Schluck aus seinem Glas. Dann raffte er sich auf, saß aufrecht und sprach geradeheraus:
Karl, du hast recht ! Es ist noch zu früh für die Ohren der Allgemeinheit der Clubmitglieder, doch dir will ich es nun verraten. Du zählst schließlich für mich nicht mehr zur Allgemeinheit. Karl, hör’ zu: Der Professor, ich und einige weitere Mitglieder des Vereines sind seit geraumer Zeit im Gespräch miteinander über die Bildung einer politischen Partei.
Wir führten allerorten Verhandlungen und Gespräche. Die Zahl unserer Mitglieder und Sympathisanten ist deutschlandweit ausreichend, um tatsächlich eine erfolgreiche, überregionale Partei zu gründen. Wir sind, wie gesagt, seit geraumer Zeit an dieser Sache. Gestern nun wurden wir informiert, dass die Dinge soweit gediehen seien, dass innerhalb der nächsten vier oder fünf Tage die endgültige Entscheidung fallen wird. Die Sache ist nur die: Wir sind nach wie vor gleicher Ansicht und stimmen mit dir überein, was die harte Gangart betrifft, doch müssen wir nun schnellstmöglich das Vereinshaus und mit ihm das Lagerhaus 'säubern ́ und möglichst diese Dinge zukünftig aus unserer Region heraushalten. Zumindest darf keinerlei Verbindung mit uns mehr vermutet werden.“
Kurt Wagner wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn.
So ! Das wäre gesagt ! Ich hoffe, dass du jetzt unsere Beweggründe verstehst. Wir müssen die 'Exekutive ́ aus der Region verlagern, Karl und das schnellstmöglich. Dies ist auch der eigentliche Grund, weshalb ich heute mit dir sprechen wollte. Eigentlich, ohne dich schon jetzt zu informieren. Doch nun ist mir wohler.“

Kurt Wagner nahm einen tiefen Zug aus seinem Glas.
Ich habe mich bereits früher mit dem Professor über dich unterhalten. Ich war der Ansicht, nach erfolgter Gründung der Partei auch dich für einen Beitritt zu gewinnen, denn einen guten Kopf können wir stets gebrauchen. Doch der Professor bot mir eine Wette an und sagte, dass du niemals in eine Partei eintreten würdest. – Hatte er recht, Karl ? Er sagte noch, dein Feld sei ein anderes.“
Ja, Kurt – er hatte recht.“

Karl trank von seinem Saft. Eine vollkommen neue Situation hatte sich ergeben. Er konnte die Beweggründe der Kameraden verstehen, doch brauchte er etwas Zeit zum Nachdenken.

Fortsetzung morgen...

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