Teil 2

Leseprobe aus dem Erwachsenen-Roman 'Mörder aus Passion'


Dies war der erste und zugleich größte Schicksalsschlag, für den damals noch auf dem heimischen Hof beschäftigten Johannes.
Zwei Jahre später wurde sein Vater, der im Begriff war, einen Viehmarkt zu besuchen, von zwei türkischen Jugendlichen überfallen und mit einem Messer tödlich verwundet.
Mutter starb im Jahr darauf. Die Ärzte sagten, an einem Krebsleiden – doch ich denke, sie starb vor Kummer.“
- Johannes gab die Landwirtschaft und Milchwirtschaft auf und trat den einsamen Job auf der Müllkippe an.

Ja, Herr Liebknecht – das war in Kürze die Geschichte meines Lebens. Jetzt wissen Sie, zumindest in dieser Hinsicht, woran Sie mit mir sind.“
Karl legte Johannes, den er nun mit anderen Augen anzusehen gelernt hatte, die Hand auf den Arm.
Dies war eine überaus traurige Geschichte, Johannes, ich heiße übrigens Karl.“
Die beiden Männer reichten einander die Hände und prosteten sich zu. Zögernd stimmte Karl einem zweiten Glas Bier zu. Die Männer saßen, unterhielten sich und vergaßen die Zeit.

23°° Uhr. Karl Liebknecht verabschiedete sich von seinem Freund Johannes ein letztes mal, indem er die Hand aus dem Seitenfenster des Wagens winkend erhob, dann gab er Gas und fuhr davon.
Johannes hatte ihn – auf dem Beifahrersitz sitzend – bis zum Tor begleitet und dieses für den Gast geöffnet.
Karl fuhr besonders vorsichtig in dieser Nacht, denn die beiden Gläser Bier auf nüchternen Magen zeitigten – wenn auch nur in geringem Ausmaß – doch ihre Wirkung auf ihn.

- Agatha erwartete den Heimkehrenden im Flur.
Oh Gott, Karl. Gott sei Dank, du Zuhause !“
Karl erschrak.
Wieso – was ist passiert ? Wo ist Cecilia ?“
Cecilia schlafen – ich sie in Bett geschickt. Oh Karl, ich so viel Angst für dich !“
Jetzt erst verstand Karl. Mami hatte sich seinetwegen Sorgen gemacht. Begütigend legte er eine Hand auf ihren runden Hintern.
Meine Gute; ich befürchtete schon, hier bei euch sei Etwas geschehen.“
Nein, bei uns alles in Ordnung. Ich nur Sorgen, du nicht kommst.“
Ein Blick auf die Uhr: Es war bereits zwanzig Minuten vor Mitternacht.
Ich muss noch etwas essen, Mami. Ich werde duschen und mir dann zwei Scheiben Brot belegen. Geh’ du ins Bett.“
Nein – gehe duschen; ich machen Brote. Geh’, geh.’“
Sie schob ihn – nun wieder lächelnd – in Richtung Badezimmer. Karl gab nach, duschte, aß danach belegte Brote, putzte sich die Zähne und suchte darauf in Mami’s Begleitung das Schlafzimmer auf.
Cecilia lag nackt in der Mitte des breiten Bettes und schlief. Grinsend nahm Karl sie auf die Arme, trug sie in das Wohnzimmer und bettete sie sanft auf die Couch.
Ohne sich im Geringsten zu rühren, schlief die Kleine weiter.
Wenn schläft, dann schläft,“ wisperte Mami lächelnd.
Komm, meine Gute,“ forderte Karl sie auf, „heute haben wir das Bett für uns alleine.“

Fortsetzung morgen...



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