Leseprobe aus dem Polit-Thriller 'Stirb, Iblis - Auge um Auge'

von I.N. Sider
Vierter und letzter Teil


Salzburg, Samstag, 27. Juni 2015. 14.30 Uhr. Bei teilweise bedecktem Himmel saßen am Florianibrunnen die Freunde Petra Gerster, 22 Jahre alt, Monika Huber, 24 Jahre, Sven Hubmaninger, 21 und Alex Altendorfer, 22 Jahre alt und alle Drei erschienen recht missvergnügt, was keineswegs allein mit dem durchwachsenen Wetter zu tun hatte.
Diese Idioten,“ murrte Sven, „die können uns doch alle kreuzweise in diesem blöden SUB!“
Monika Huber stimmte zu:
Richtig! Kreuzweise können sie uns! Nennen sich Anarchisten und kontrollieren schlimmer als Hitlers Gestapo. Die haben sie doch nicht mehr alle! Wie wird das erst in ein paar Jahren sein? Hat sich was mit ANTIFA – die sollen ihren Müll alleine machen. Wir brauchen sie nicht!“
Alex Altendorfer schüttelte langsam den Kopf.
Leider doch. Was ist mit den Kontakten?“
Monika widersprach:
Wir kommen auch ohne sie zurecht. Was tun sie schon? Die Flüchtlinge kommen eh bis hierher und drüben habe ich auch einen Kontakt, eine Schulfreundin, die jetzt in Bruch wohnt. Sarah Glaser. Sie wird uns sicher helfen. Sie ist Jüdin und versteht das Problem mit Sicherheit.“
Ist das die, die von den Nazis überfallen wurde und darum weggezogen ist?“
Petra blickte die Freundin gespannt an.
Ja, genau die. Sie hat damals auch aufgehört, in der Bäckerei zu verkaufen.“
Scheiß Nazis!“
Sven haute sich auf den Schenkel und wollte dann wissen:
Du willst also einfach hier die Flüchtlinge abfangen und sie dann nach drüben bringen? Ohne die Möglichkeiten, die die vom SUB haben – ohne Auto oder Bus?“
Ja, ich weiß auch schon, wie! Einfach zu Fuß – das ist unauffälliger als mit Auto oder Bus. Wir bringen sie von Kleßheim aus über die Ferdinand-Porsche-Straße auf die Grenzstraße über das Grenzbrückchen nach Deutschland. Dort geht der Siezenheimerweg geradeaus; wir biegen aber rechts auf den Saalachweg und können dann an der Saalach entlang in Richtung Freilassing oder auch nach Bruch abbiegen, wo Sarah wohnt. Sie kennt bestimmt auch Leute dort mit Hund oder Kinderwagen, die die Flüchtlinge begleiten. So fallen sie dann am wenigsten auf.“
Alex nickte anerkennend.
Das hat was für sich – abgesehen davon, dass es eine Schande ist, dass wir so etwas überhaupt nötig haben. Warum lassen sie die Menschen nicht einfach hingehen und leben, wo und wie sie wollen? Erst quatschen sie die Welt voll von einem vereinten Europa, dann sperren sie Andere wieder aus. - Klar! Das vereinte Europa nur der Stärke wegen! Damit man dann wieder besser andere Länder bedrohen kann. Afrika und Asien sollten dann wohl die nächsten sein, die man – wieder einmal – überrollt! Es ist einfach alles nur zum Kotzen!“
Alex hatte sich in Rage geredet.
Seht euch doch die Ärsche vom SUB an! Reden von Gemeinschaft und zünden schon Autos an von Leuten, die sie gar nicht kennen – sogar Elektro-Autos! Was, bitteschön, hat das noch mit Antifa zu tun, frage ich euch?!“
Petra legte ihm die Hand auf den Arm.
Nichts – deswegen sitzen wir ja auch hier, statt in dem beschissenen SUB bei diesen Idioten. Beruhige dich wieder. Wir wollen lieber darüber nachdenken, wie wir unseren Plan ausführen und auch wasserdicht machen.“
Monika mischte sich ein:
Lasst mich einfach machen. Ich hab die Nummer einer Verkäuferin in der Bäckerei – und die hat Sarahs Nummer. Morgen telefoniere ich mit Sarah und gebe euch dann Bescheid.“
Alex nickte zufrieden und erhob sich, während er die Freunde aufmunternd anschaute:
Wollen wir noch ein Würschtel essen gehen? Ich hab schon wieder Hunger. Vielleicht eine Bosna?“
Die Anderen stimmten zu und gemeinsam machten sich die Vier auf zum nächsten Wurst-Stand.

*

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