Leseprobe aus dem Polit-Thriller 'Stirb, Iblis - Auge um Auge'

von I.N. Sider
Teil 2

Eben,“ fuhr der Sprecher fort, „es wird keine Revolution in Deutschland geben, sofern nicht schon das restliche Europa brennt. Die Deutschen waren immer schon feige und wollten zu nichts stehen, wofür sie zuvor eingetreten sind.“
Hans‘ sah sich in der kleinen Runde um und setzte seinen Monolog fort:
Nach dem Weltkrieg Nummer Eins setzte sich der feige Häuptling der Deutschen ab, statt für die Dinge geradezustehen, für die ein ganzes Volk gekämpft hatte und für die Viele ihr Leben verloren. Das November-Revolutiönchen kann und will ich nicht wirklich eine solche nennen. Nach Weltkrieg Nummer Zwei waren die Deutschen besiegt und konnten sich nicht mehr daran erinnern, jemals Nazis gewesen zu sein. Dasselbe war nach dem Mauerfall, als sich Keiner mehr erinnerte, je ein strammer Sozialist gewesen zu sein. Lieber versklavten sich die Deutschen an die Amerikaner, als sie ernsthaft an einen Aufstand gegen die Ungerechtigkeit der Welt gedacht hätten. So war es ja bereits zu Zeiten der Römer, als die lieben Germanen ebenso wie die Römer leben wollten. - Nun, genug davon. Tatsache ist, dass Deutschland am besten geeignet ist, die Flüchtlinge aufzunehmen, obwohl es schon heute so dicht besiedelt ist. Damit die Bayern keinen Unsinn machen, wird die Bundespolizei für Grenzsicherungen verantwortlich sein; alles andere ist besprochen und geplant und die Presse wird eingestimmt sein, was ja bekanntermaßen das kleinste Problem darstellt. - Auch die Österreicher werden ihr Teil dazu tun und den Deutschen in die Hände spielen. Danach werden in Österreich und einigen anderen Ländern rechte ‚starke Männer‘ für kurze Zeit das Ruder übernehmen und sich an Ungarns starkem Mann orientieren, bis auch das genug Verdruss bei den Bevölkerungen hervorrufen wird. Der weitere Werdegang ist Allen hier bekannt und muss von mir jetzt nicht mehr gesondert dargelegt werden.“

*


Datta Khel, Wasiristan, Freitag, 26. Juni 2015. Sheikh Saleh knirschte mit den Zähnen. Er saß in einem Kreis von sechs getreuen Kämpfern der Taliban in einem Innenhof und ließ seinen Blick in der Runde schweifen.
Sie werden bezahlen – bei Allah, wie sie bezahlen werden!“
Anfangs des Monats hatten die amerikanischen Teufel eine Trauergesellschaft, die einen Taliban-Kommandeur beerdigen wollte, in der Provinz Khost mittels einer Kampfdrohne angegriffen und mehr als dreißig Menschen getötet, wobei es neben Taliban-Kämpfern auch mehrere Zivilisten getroffen hatte. In der Provinz Badakhshan hatten die Taliban im Bezirk Yamgan eine Großoffensive gestartet und die US-hörige Armee vertrieben. Weitere Gebiete waren erobert worden, doch Sheikh Saleh wollte sich mit solchen ‚Kinkerlitzchen‘ fortan nicht mehr begnügen.
Wir werden mit unseren Taliban weiter für und in Afghanistan und auch Pakistan kämpfen, jedoch den Kampf auch verstärkt in die Länder der Ungläubigen tragen. Es ist an der Zeit, dass wir uns mit unseren ausländischen Brüdern im Glauben verbünden und gemeinsame Sache machen, sonst werden diese Teufel uns und unseren Glauben eines Tages doch noch vernichten! Hamid, setze die Nachrichten ab! Sie müssen nach Frankreich, Spanien, England und Deutschland gehen. Auch alle unsere Leute in den USA sollen informiert werden, dass die Zeit gekommen ist. Sie mögen nach ihrem Gutdünken wahllos Anschläge ausführen und Chaos stiften – in Allahs Namen mögen sie es tun! Inshallah!“
Der Angesprochene nickte bestätigend und erhob sich, um in das Innere des Gebäudes zu gehen und den empfangenen Befehl auszuführen.


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Fortsetzung morgen...



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