Leseprobe aus dem Polit-Thriller 'Stirb, Iblis - Auge um Auge'

von I.N. Sider
Teil 1

Pläne


Brüssel, Montag, 8. Juni 2015, Hotel Amigo. In einer ‚sauberen‘ Suite saßen in der Bar der Lounge Peter Bürger vom BND, Alejandro Garcia vom spanischen CNI, der Franzose vom DGSE Thomas Lefevre sowie Achille Jacobs, der Mann aus Brüssel. Jeder der vier Männer hatte einen Drink vor sich und sie waren in Gespräche und Unterhaltungen versunken, während sie auf den Boten warteten, der aus den Vereinigten Staaten von Amerika zurück kommen sollte, um ihnen die abschließenden Informationen über das weitere Vorgehen und Geschehen in Europa zu übermitteln.
Worum es genau ging, glaubte jeder der Anwesenden genauestens zu wissen. Es gab einen Langzeitplan für eine Weltregierung, der bereits vor langer Zeit beschlossen, doch noch immer nicht zur Gänze umgesetzt war. Doch sollten, so wie sich die Dinge darstellten, nicht mehr allzu viele Schritte bis zur Verwirklichung des Plans fehlen. Der Inkraftsetzung einer stabilen Weltregierung hatte die Destabilisierung Europas vorauszugehen, da es seitens der Bevölkerungen doch allzu viele Widerstände gab, ob real oder vermutet, blieb dahingestellt. Die Menschen mussten auf ein solches Werk vorbereitet werden. Was wäre einfacher, als die Menschen selbst nach einer solchen stabilen Weltregierung verlangen zu lassen? Stellte man sie vor vollendete Tatsachen, so würde es Aufstände und Revolten geben und ein gewisser Prozentsatz würde sich gegen eine solch erzwungene Veränderung wehren. Also musste man die Menschen dazu bringen, selbst zu wollen, was für sie vorgesehen war. Man musste also unfähige, ignorante Politiker an der Spitze der maßgeblichen Staaten installieren, was zum großen Teil bereits erledigt war. Diese Ignoranten waren zudem nach dem Grad ihrer Hörigkeit ausgewählt worden und jeder einzelne von ihnen wusste, was mit ihm geschehen würde, sollte er sich nicht erwartungsgemäß verhalten. Zweiter Schritt war, das tägliche Leben der Menschen entweder unsäglich zu erschweren oder zum Stillstand kommen zu lassen. Die Lebensbedingungen hatten schwieriger und schwieriger zu werden und die Menschen sollten finanziell immer schlechter und schlechter gestellt werden, bis die Verarmung ein solches Ausmaß angenommen haben würde, dass ein Aufschrei durch Europa gehen musste. Die Menschen sollten erkennen, dass ihre Regierungen nicht mehr in der Lage waren, die Umstände für sie auf ein erträgliches Level zu bringen – und irgendwann in der Zukunft würde ihnen ein Ausweg aus ihrer Misere gezeigt werden.
Dieser zweite Schritt war bereits in vollem Gange und er beinhaltete soziale Ungerechtigkeit, Geldentwertung sowie vom Zaun gebrochene Kriege nebst Millionen von Flüchtlingen, welche in Richtung Europa unterwegs waren und dort zu Chaos und am Ende auch Terror beisteuern sollten. Für den Fall, dass einzelne Pläne nicht wie vorgesehen laufen sollten, waren diese Migranten ein ideales Ventil für den Zorn des Volkes – der neue Jude Europas sozusagen. Man konnte die Volksmassen gegeneinander aufwiegeln und so den Zorn in geregelte und gewollte Bahnen lenken.
Es würde weiterhin fingierte Attentate und Anschläge geben, welche Vorbild zur Nachahmung wären für tatsächliche traumatisierte Flüchtlinge aus Kriegsgebieten und andere Verirrte der Gesellschaften Europas. Einher mit diesen Anschlägen ginge eine stetig strengere Überwachung der Gesellschaft, die durch eben diese Anschläge gerechtfertigt und plausibel gemacht wäre. Alle die jetzt hier Anwesenden – so glaubten sie zumindest – waren nicht nur Zeugen eines Umbaus der modernen Welt, sondern durften Hand anlegen an den Schalthebeln, welche die Zahnräder der Macht bewegten.
14.25 Uhr: Es pochte an der Tür und Achilles Jacobs erhob sich, um zu öffnen und den Erwarteten einzulassen. Noch in der offenen Tür schmunzelte er, als er die erwartungsvollen Blicke auf sich gerichtet sah und sagte:
September; September soll geflutet werden – spätestens Oktober, doch es sollte eher September sein.“
Dann erst trat er vollends ein, um die bereits Anwesenden zu begrüßen und den ihm dargereichten Drink zu nehmen. Der September sollte es also sein, der die Welt grundlegend verändern sollte. Gespannt warteten die Anwesenden, während der namenlose Rückkehrer, den Alle nur ‚Hans‘ nannten, seinen ersten Drink leerte, um sich sodann nach einem Platz für sein Aktenköfferchen umzusehen. Nachdem er einen solchen gefunden hatte, entnahm er diesem einen Block, auf welchem er sich Notizen gemacht hatte, legte diesen vor sich hin, nahm einen zweiten Drink in Empfang, rückte die Hornbrille zurecht und begann endlich:
Wie ich bereits erwähnte, wird es höchstwahrscheinlich im September sein, in dem ‚geflutet‘ wird. Will heißen, dass die Grenzen für syrische Flüchtlinge geöffnet werden und für eine bestimmte Dauer auch geöffnet bleiben. Während dieser Zeit wird es keinerlei Personenkontrollen geben, so dass ein Jeder, ohne seine Identität preisgeben zu müssen, Europa betreten kann. Im Großen und Ganzen seid ihr ja bereits unterrichtet, darum jetzt in Kürze die Einzelheiten, welche ihr noch nicht kennt: Es wird von Ungarn ausgehen, wie mit ihnen bereits vereinbart und von den Ungarn auch akzeptiert wurde - in etwa einer Woche werden die Ungarn verbal ein Zeichen geben - und ‚Empfängerland‘ wird, wie vorausgesehen, Deutschland sein. Deutschland ist der hörigste und abhängigste Staat in Europa und in Deutschland wird keine Revolution jemals stattfinden. Dazu sind die Deutschen zu bequem und zu feige.“
Der Redner unterbrach sich, mit Blick auf den Mann vom BND.
Wollten Sie mir gerade widersprechen?“
Peter Bürger setzte zu einer Entgegnung an, überlegte dann und schüttelte nur müde den Kopf.

Fortsetzung morgen...



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